Zum Zeitpunkt meines Wiedereinstiegs nach etwa 7 Jahre Schaffenspause, war die Fotogafie weitgehendst digitalisiert, die Film basierte Fotografie bereits zu einer Nische geworden.
Vieles an Produkten und Angebote um Analog gab es bereits nicht mehr, auch Labore und Geschäfte schlossen zusehends ihre Tore. Doch in diesem Wandel wurden nun viele einst sehr teure Kameras auch für kleinere Budgets bezahlbar.
Es war dann eher ein Zufall, als ich auf die sonderbare Kamera KoniOmega RapidM stiess. Die stand in einer Vitrinie eines Geschäft's und ihr Kauf war mir eher Exeperiment als zielgerichtet. Meine este richtige Mittelformatkamera.
Mit ihr begann eine Odyssee durch die Vielfalt an nun verfügbaren Kameras. Es kamen viele und viele gingen auch wieder. Sogar auch solche von denen ich ursprünglich meinte, sie unbedingt besitzen zu müssen.
Obschon das eine kostspieligie Phase war, war es doch eine lehrreiche Erfahrung.
Nun bin ich diesbezüglich "angekommen" und bin sehr zufrieden.
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| Mittelformatkamera Kowa SixxMM |
Im technischen Bereich hat sich zu früher folgendes geändert :
- einige Kameras von denen ich früher nur träumen konnte. Doch nicht der blosse Besitz macht es aus, sondern die Tatsache, dass diese Gerätschaft ganz meiner Fotografie entsprechen. Auch in der Zeit, als mir schnelle & funktionsreiche Kameras wichtig waren, besass ich dazu immer noch eine vollmechanische. An rasend schnellen "MultifunktionsBolliden" liegt mir schon längst nicht mehr - so hat mir der kurzweilige Besitz der Nikon F5 deutlich aufgezeigt, dass meine Fotografie viel eher mechanischer Gerätschaft entspricht.
- Scannen. Zwei Scanner nenne ich mein Eigen. Sie dienen dazu, meine Fotos in die heutige Zeit zu transferieren - sprich auch in digitaler Form präsentieren zu können. Eine Grundlage, diesen Blog überhaupt bebildert führen zu können und jenen Personen die ich fotografierte, die gemachten Fotos zukommen lassen.
- Ich entwickle einen Teil meiner Filme wieder selbst. Ähnlich wie in meiner Anfangszeit.
- Die Gerätschaft ist integraler Bestandteil der Gestaltung. Der Besitz mehrerer Kamerasysteme und Bauarten ist für mich kein Selbstzweck, sondern hat auch gestalterischen Einfluss. Dabei ist weniger relevant, was eine Kamera an Funktionen bietet, sondern vielmehr ihre Eigenheiten und auch Bedienung.
- Mit der KoniOmega RapidM entdeckte ich den Reiz "umständlich zu bedienender" Kameras. Das mag seltsam klingen. Dahinter steht aber, dass manche Konstruktionslösungen zwar eigenwillig, aber für manche Einsatzzwecke sehr durchdacht und praxisgerecht waren.
Im Nicht-technischen Bereich hat sich auch manches getan.
Während ich in meiner "Schaffenspause" meine fotografische Tätigkeit auf das didaktische Begleiten Anderer in deren ersten Schritte beschränkte, hat sich auch ein wenig die Bedeutung gewandelt.
- Die Zusammenarbeit mit Anderen nehme ich heute bewusster wahr und schätze sie mehr als früher. In meienr Anfangszeit war mir das auch wichtig, kam jedoch meist etwas planlos, dafür spontan zustande.
Leider kommt das - aus Zeitmangel - viel zu kurz.
- Die Personenfotografie hat wieder an Bedeutung zugenommen.
Besonders die projektbezogene Zusammenarbeit hat's mir wieder angetan - auch dies eine gewisse Rückbesinnung an meine Anfansgzeiten.
Es mag heute dank Internet einfach sein Welche zu finden, die sich portraitieren lassen. So haben sich auch für mich einige interessante Kontakte ergeben. Vor Allem Jene, bei denen wiederholt eine Zusammenarbeit stattfand.
Auch das kommt - leider - viel zu kurz.
- Obschon ich mittlerweile auch Mittelformat besitze und ab und zu Grossformat in Erwägung zog, mir Qualität grundsätzlich wichig ist - so hat sich auch die Einstellung zu diesem Thema verändert. Qualität soll kein Selbstzweck sein.
- Schon früher mass ich der Präsentation eine geringe Bedeutung zu. Die Gewissheit, dass mir ein Foto gelang ist mir immer noch wichtiger als es zu präsentieren. Nach dem Verlust meines alten Archives (was u.A. zur Schaffenspause führte) haderte ich mit dem Gedanken, dass Fotos unwiederbringlich verschwunden sind. Einige dieser Fotos sind mir heute noch im Gedächnis. Doch mittlerweile sehe ich das entspannt - der Vergänglichkeit von Fotos stelle ich mich nicht mehr entgegen.
Zwar präsentiere ich heute - auch dank des Internets - meine Fotos einer vielzahl Interesssierter, glaube jedoch, dass es mir kein Weltuntergang wäre, hätte ich diese Möglichkeit nicht mehr und bekämen nur noch diejenigen meine Fotos zu Gesicht mit denen ich auch persönlich Kontakt habe. So wie früher, als ich mit zwei Ordnern mein Schaffen dokumentierte.
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| Die Kamera, die in den 90ern viele Jahre mein Hauptwerkzeug war - Nikon F90X |
- Ich lerne nie aus. Das gilt besonders dem gestalterischen Teil der Fotografie.
Dem Grundsatz "Es ist nicht das Motiv, sondern die Wirkung" bin ich treu geblieben.
Nicht geändert hat sich, dass es mir nach wie vor schwer fällt, intuitiv zu fotografieren, intuitiv zu gestalten. Ich staune immer wieder, wie dies anderen gelingt. Heute jedoch erachte ich es nicht mehr als Nachteil, mir im Voraus Gedanken über ein Foto machen zu müssen, damit es mir gelingt. Das führte nun dazu, dass ich auch "Experimenten" wieder aufgeschlossener bin.
Ein erster Schritt dazu waren die Tanzbilder in denen ich StroboskopBlitze einsetzte.
- Die Zeit ist ein entscheidender Faktor. In der Phase meines Wiedereinstiegs hatte ich genügend davon. Mittlerweile hat sich dies leider zum Negativen hin verändert. Das gilt besonders für Terminfindung zwecks Zusammenarbeit mit anderen.
- Ich fotografiere so viel SchwarzWeiss wie wohl nie zuvor.
Früher hatte ich für SchwarzWeiss einen wunderbaren Film den es leider nicht mehr gibt - den Agfa Scala. Ein SchwarzWeiss Dia Film. Doch in einen etwas niedrigempfindlicheren Film fand ich einen guten Ersatz. Mit diesem Film habe ich nun auch ein Faible für niedrigempfindliche Filme entdeckt.
- Das "Experiment" als gestalterische Fundgrube.
Fotografische Techniken scheinen oftmals aus einem "Mangel" heraus erfunden und implementiert worden zu sein. Blitze für zu wenig Licht, Motoren um Bewegungsabläufe zu dokumentieren und den entscheidenden Moment nicht verpassen, Weitwinkel weil das Motiv gross ist usw
Doch mit der Einstellung des "Mangels" verwehrt man sich gestalerische Möglichkeiten. Was mir früher eben zweckorientiert war - eben aus "Mangel" gedacht - ist mir heute willkommene Freiheit.
- Filme verwende ich heute bewusster als Gestaltungselement. Früher waren es viel eher nüchterne Belange, die mich zur jeweiligen FilmWahl veranlassten.
Fazit : In manchen Dingen hat sich so manches verändert. Anlässe zB fotografiere ich anders als früher praktisch nicht mehr, dafür gibt es aber auch eine gewisse Rückbesinnung auf meine Anfänge.
Schwer tue ich mich mich mit den mittlerweile zusehends fehlenden Labors.
Mit den zahlreich geschlossenen Laboren und auch Fachgeschäften, geht eine Kultur verloren, die ich doch sehr misse.
Wie sich die MarktLage der Analogen Fotografie in den nächsten Jahren entwickeln wird, wird unweigerlich auch auf mich Einfluss haben - auch wenn SchwarzWeiss analog in Selbstverarbeitung wohl auch in ferner Zukunft möglich sein wird.
Bild 1: Nikon F3
Bild 2: Pentax K-5II