Sonntag, 17. Januar 2010

Tortour

Eine mittlerweile über 50 Jahre alte Kamera bei 0° Kälte auf die Probe zu stellen, ist natürlich nicht gerade fair.

Am Samstag vor einer Woche gekauft, gab's selbstverständlich mal einen "TrockenÜbungsFilm", um die Eigenheiten in der Praxis erfahren zu können. Sonst schon ein ziemlich missratenes Wochenende (siehe wordpress-Blog), hatte ich diesen Samstag nur gerade etwas mehr als eine Stunde Zeit, mich ihr richtig zu "widmen". So packte ich sie ganz profan in meinen schwarzen, längst lädierten AlltagsRucksack. Irgendwo, terminlich bedingt zwischen Kunsthaus und Florhof (auch "Französischer Garten"), musste sie sich also nun beweisen. Und nicht nur dass ca 0° herrschte, sondern dass ich ihr gleich noch einen Farbfilm "zusetzte" und sie zwischen den beiden Filmen in kaltem Zustand in ein Café nahm! Man sollte nämlich gefrorene Kameras nicht plötzlicher Wärme aussetzen, sondern sie aufgrund von Kondenswasser anklkmatisieren.
Doch die alte Ikoflex wurde nicht geschont! Wärme - Kälte - Wärme - Kälte usw, Farbfilm usw
Bei den Farbfotos zeigte sich eine Neigung zu Rot/Blau-Stich. Das Objektiv wurde dem Ruf den Zeiss im Objekltivbau geniesst, vorbehaltlos gerecht! Zeiss/ZeissIkon wollte übrigens Rollei die Vormachtstellung bei den Zweiäugigen (Rolleiflex/Rolleicord) streitig machen, gab's dann aber Ende 1960 auf. Überhaupt ist die Geschichte der "Zweiäugigen" eine sehr interesante. Eine, welche übrigens bis in die Gegenwart reicht.
Nun gut, die Ikoflex überraschte mit ihrer Optik und einwandfeien Mechanik, was bestimmt auch den/dem bisherigen Besitzer/n zu verdanken ist. Denn auch ihr Verschluss funktionierte tatdellos, wie Belichtungsreihen zeigten. Klar, die Zeiss-Tessar Linse kommt an die Qualität der KoniOmega-Hexanon nicht ganz heran, geschweige an die der ZenzaBronica Zenzanons' aus den 80/90ern. Dafür mindestens gleichauf (abgesehen vom leichten Farbstich) mit den Yashica mat124Gs'-Yashinons' welche nach wie vor exemplarisches Paradebeispiel dafür sind, auch für kleines Budgets tolle Kameras zu bauen. Die ZeissIkon Ikoflex wurde den Erwartungen mehr als gerecht.
Doch nun genug der Worte!






Letzteres eine Ausschnittvergrösserung aus :

Zürich, Kunsthaus & Florhof/Französischer Garten & "Oberdorf"; ZeissIkon Ikoflex 1c; Kodak Portra 400VC & Kodak BW400NC (C41-Entwicklung)




Und so sieht's übrigens aus, wenn man durch den Sucher eines Lichtschachts und in diesem speziellen Fall durch den der Ikoflex schaut. Zweites Bild mit aufgeklpter Lupe mit der man scharf stellt. Und die Legende stimmt übrigens : keine Rolleiflex/Rolleicord konnte bis 80er Jahre mit einem so hellem Sucherbild aufwarten.




:)

2 Kommentare:

SAM hat gesagt…

ich muss mich schnell beeilen, muss gleich los aber wollte noch ein kommi schreiben.ich finde es sind echt gelungene Bilder.doch wo hast du solch alte kameras her?
xoxo samira ♥

pd hat gesagt…

Danke, wegen den Bildern :)

Wo ich solche alten Kameras her habe? - Nun, ich kaufte sie in Foto-Fachgeschäften welche Gebrauchtes anbieten. Gerade hier in Zürich führen einige Geschäfte noch ein gutes Angebot an gebrauchten Kameras usw.

Eine weit verbreitete Vorgehensweise alte, gebrauchte Kameras usw zu kaufen, sind Internetportale wie Ebay usw.

Ein Mittelweg zwischen Fachhandel und bequemerem Internetkauf sind die Angebote des Fachhandels im Internet. Da gibt es einige Sites die man empfehlen könnte.

Von Käufen von Privaten (zB über Ebay) rate ich eher ab. Gerade bei wirklich älteren Kameras, die vor dem Verkauf auf ihre Funktionstüchtigketit überprüft werden sollten. Andererseits sind dort die Preise natürlich tiefer.