In unserer von Elektronik durchzogenen technischen Welt wo ohne Strom - und sei dieser aus Akku's, Batterien oder gar Solar generiert, bilden mechanische Uhren einen Anarchonismus.
Was sonst noch in unserem Alltag funktioniert noch ausschliesslich mechanisch? Mit Ausnahme einer Wasserbatterie (Wassherhahn) oder Fenster-und Türschlösser begengnet man herzlich wenig Mechanik.
Ganz zu schweigen von deren ziemlich geringeren Komplexität als einer Uhr.
So scheinen mechanische Uhren wie eine letzte Bastion gegen eine völlig elektronisch gar von Software gesteuerten technischen Umwelt.
Die Geschichte der technischen Entwicklungen von Uhren dauerte sehr lange, erstaunlich lange. Und es scheint gerade mal so, als ob es sich Uhren nicht nehmen lassen wollten, diese Technik auch in die Zukunft zu tragen.
Aber wie sieht's im Vergleich zur Fotografie, zur analogen Fotografie aus?
Eine solche Kamera wie hier gezeigt funktionieren tatsächlich noch rein mechanisch.
Das Problem in der Fotografie ist jedoch : man muss die Belichtung messen, eigentlich die Menge des Lichts.
Und das geht ohne Elektronik kaum. Die ersten in Kameras integrierten Belichtungsmesser waren noch nicht elektronisch, sondern elektrochemisch. Durch den lichtempfindlichen Stoff Selen.
Selen brauchte noch nicht elektronisch verstärkt zu werden, hatte aber grosse Nachteile. War nicht besonders empfindlich, und die Lebensdauer der Zellen leider gering. So gibt es heute nur noch wenige "SelenKameras" deren Belichtungsmesser einwandfrei funtkionieren - ich hatte da Glück :)
Doch die Technik schritt voran und es wurden ab Anfangs/Mitte 60er Jahre einigermassen kompakte, batteriebetriebene CDS-Zellen möglich. Die waren schon besser als Selen, doch auch sie mussten weiterentwickelt werden.
Noch war erst die Belichtungsmessung von der "Elektrifizierung der Kameras" betroffen, und alle anderen Funktionen liefen noch mechanisch ab.
Ähnlich wie ein Uhrwerk, ist auch ein Kamerverschluss etwas hochpräzises. Und aufgrund technischen Eingeschränktheit ,sowie aber auch Ausmasse der Kameras, wurde der Ruf nach elektronischen Verschlüssen immer lauter. Die "Elektrifizierung" sowohl bei Uhren als Kameras, brachte den für den Hersteller und schlussendlich auch Kunden den Vorteil der flexibleren und kompakteren Gestaltung mit.
So konnten Quartz-gesteuerte Uhren nun auch flacher gebaut werden und zusätzliche Funktionen waren weitaus günstiger zu realisieren.
Spätestens ab Anfangs 80er Jahren waren dann Kameras mit rein mechanischen Verschlüssen in der Minderheit auf dem Markt.
In der etwa selben Dekade hatten sich also auch die Uhren "elektrifiziert". Die Mikroelektronik war ab da nicht mehr wegzudenken.
Sei also nicht vergessen :
Selbst wenn man mit einer quasi "stromlosen", rein mechanischen Kamera fotografiert, so benötigt man spätestens für die Lichtmessung Energie aus einer Batterie.
Doch in der Fotografie braucht's mehr als eben "nur" eine Kamera. Die Filme mögen schliesslich auch noch entwickelt werden. Und dazu braucht's Wasser, und zwar in jeweils bestimmten Temperaturen. Es braucht Rotlicht für das Vergrösserungs/PositivLabor - schlussendlich kommt man selbst bei der traditionellsten fotografischen Methode kaum um Strom herum.
Klar, auch Uhren könnten nicht ohne Strom produziert werden, aber sie sind glänzlich ohne Strom benutztbar.
Dieser Anarchismus mag auch erklären, weshalb einige bereit sind, für solche an sich weniger genau laufende Uhren viel Geld auszugeben. Denn die Produktion solcher Uhren ist allermeist noch mit Handwerksarbeit verbunden.
Die Faszination Vieler zeigt auch darin, dass seit Ende der 80er Jahre, als mechanische Uhren wieder salonfähig wurden, meist mit gläsernem Boden ausgestattet sind. Durch dieses Sichtglas sieht der faszinierte Besitzer also das Werk - kann ihm beim Tun zusehen.
Im Bezug der Fotografie auf die Bildaufarbeitung darf natürlich der Unterschied, dass Uhren quasi autonom funktionieren, also nicht vergessen werden. Denn eine Kamera ist quasi "erst ein Instrument zum Foto", aber es stellt dieses noch nicht selber her, sondern zeichnet es "lediglich" in einem zwar äusserst zentralem Prozess, erst mal "nur" auf.
Essentiell unterscheiden tun sich dann schon eher die klassische Analoge Fotografie und die Digitalfotografie, deren BildAufzeichnung ja elektronisch geschieht.
So gesehen, gibt's also durchaus Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede.
Unterschiedlich ist aber auch, die diese Techniken wahrgenommen werden. Während die Analoge Fotografie als "veraltet" bezeichnet wird, gelten mechanische Uhren als "traditionell".
Es findet also auch ein Wertungsunterschied statt.
Diese Berufung auf Tradition funktioniert in der Uhrenindustrie hervorragend und gilt als Werbe-Stilmittel schlechthin.
Haben mechanische Uhren aber auch technische Vorteile gegenüber elektronisch angetriebenen?
Mit Ausnahme dessen, das sie keine Batterien benötogen keine.
Sowohl bei Kameras als auch Uhren, war die grössere mögliche Präzision durch Quartz-Steuerung ein sehr gewichtiger Marketingvorteil.
Eigentlich ganz erstaunlich, dass dieses Geschäft mit mechanischen Uhren so gut gedeiht . . .
Ja, auch hinsichtlich des Business haben Uhren und Kameras durchaus Gemeisnamkeiten aber auch Unterschiede. Beides sind Präzisiongeräte und die Länder in denen beide Industrien gross wurden, sind verdächtig die selben. Wie aber auch in der Fotografie gab's auch früher weitaus mehr Hersteller.
Im Unterschied aber, konnte sich die europäische Uhrenindustrie der asiatischen/japanischen gegenüber behaupten.
Armanduhren (oder gar Taschenuhren welche es nach wie vor gibt) gelten für Viele eher als "Schmuck", denn als unverzichtbarer Zeitmesser. Da überall Uhren stehen, und Uhren in sämtlichen, auch mobilen Geräten integriert sind -insbesondere Natel's/Handy's/Smartphone's usw. Erinnere man sich doch, dass es zu Beginn der 70er Jahre noch keine Selbstverständlichkeit war, im Auto eine Borduhr zu haben . . .
** Erwähnte Post's habe ich aus dem Blog erwähnt - irgendwie waren sie zu lang und passten nicht ganz in den Blog.
Ganz zu schweigen von deren ziemlich geringeren Komplexität als einer Uhr.
So scheinen mechanische Uhren wie eine letzte Bastion gegen eine völlig elektronisch gar von Software gesteuerten technischen Umwelt.
Die Geschichte der technischen Entwicklungen von Uhren dauerte sehr lange, erstaunlich lange. Und es scheint gerade mal so, als ob es sich Uhren nicht nehmen lassen wollten, diese Technik auch in die Zukunft zu tragen.
Aber wie sieht's im Vergleich zur Fotografie, zur analogen Fotografie aus?
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| Nikon F |
Eine solche Kamera wie hier gezeigt funktionieren tatsächlich noch rein mechanisch.
Das Problem in der Fotografie ist jedoch : man muss die Belichtung messen, eigentlich die Menge des Lichts.
Und das geht ohne Elektronik kaum. Die ersten in Kameras integrierten Belichtungsmesser waren noch nicht elektronisch, sondern elektrochemisch. Durch den lichtempfindlichen Stoff Selen.
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| Contax IIIa mit Selenzelle |
Selen brauchte noch nicht elektronisch verstärkt zu werden, hatte aber grosse Nachteile. War nicht besonders empfindlich, und die Lebensdauer der Zellen leider gering. So gibt es heute nur noch wenige "SelenKameras" deren Belichtungsmesser einwandfrei funtkionieren - ich hatte da Glück :)
Doch die Technik schritt voran und es wurden ab Anfangs/Mitte 60er Jahre einigermassen kompakte, batteriebetriebene CDS-Zellen möglich. Die waren schon besser als Selen, doch auch sie mussten weiterentwickelt werden.
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| Nikon F mit "Photomic" |
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| in Bestandteile zerlegte Nikon F, links der Belichtungsmesser "Photomic" |
Noch war erst die Belichtungsmessung von der "Elektrifizierung der Kameras" betroffen, und alle anderen Funktionen liefen noch mechanisch ab.
| SLR Kamera mit aussenliegender CDS-Messzelle |
Ähnlich wie ein Uhrwerk, ist auch ein Kamerverschluss etwas hochpräzises. Und aufgrund technischen Eingeschränktheit ,sowie aber auch Ausmasse der Kameras, wurde der Ruf nach elektronischen Verschlüssen immer lauter. Die "Elektrifizierung" sowohl bei Uhren als Kameras, brachte den für den Hersteller und schlussendlich auch Kunden den Vorteil der flexibleren und kompakteren Gestaltung mit.
So konnten Quartz-gesteuerte Uhren nun auch flacher gebaut werden und zusätzliche Funktionen waren weitaus günstiger zu realisieren.
Spätestens ab Anfangs 80er Jahren waren dann Kameras mit rein mechanischen Verschlüssen in der Minderheit auf dem Markt.
In der etwa selben Dekade hatten sich also auch die Uhren "elektrifiziert". Die Mikroelektronik war ab da nicht mehr wegzudenken.
Sei also nicht vergessen :
Selbst wenn man mit einer quasi "stromlosen", rein mechanischen Kamera fotografiert, so benötigt man spätestens für die Lichtmessung Energie aus einer Batterie.
| verschiedene Handbelichtungsmesser |
Doch in der Fotografie braucht's mehr als eben "nur" eine Kamera. Die Filme mögen schliesslich auch noch entwickelt werden. Und dazu braucht's Wasser, und zwar in jeweils bestimmten Temperaturen. Es braucht Rotlicht für das Vergrösserungs/PositivLabor - schlussendlich kommt man selbst bei der traditionellsten fotografischen Methode kaum um Strom herum.
Klar, auch Uhren könnten nicht ohne Strom produziert werden, aber sie sind glänzlich ohne Strom benutztbar.
Dieser Anarchismus mag auch erklären, weshalb einige bereit sind, für solche an sich weniger genau laufende Uhren viel Geld auszugeben. Denn die Produktion solcher Uhren ist allermeist noch mit Handwerksarbeit verbunden.
Die Faszination Vieler zeigt auch darin, dass seit Ende der 80er Jahre, als mechanische Uhren wieder salonfähig wurden, meist mit gläsernem Boden ausgestattet sind. Durch dieses Sichtglas sieht der faszinierte Besitzer also das Werk - kann ihm beim Tun zusehen.
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| Rückansicht zweier mech. Uhren |
Im Bezug der Fotografie auf die Bildaufarbeitung darf natürlich der Unterschied, dass Uhren quasi autonom funktionieren, also nicht vergessen werden. Denn eine Kamera ist quasi "erst ein Instrument zum Foto", aber es stellt dieses noch nicht selber her, sondern zeichnet es "lediglich" in einem zwar äusserst zentralem Prozess, erst mal "nur" auf.
Essentiell unterscheiden tun sich dann schon eher die klassische Analoge Fotografie und die Digitalfotografie, deren BildAufzeichnung ja elektronisch geschieht.
So gesehen, gibt's also durchaus Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede.
Unterschiedlich ist aber auch, die diese Techniken wahrgenommen werden. Während die Analoge Fotografie als "veraltet" bezeichnet wird, gelten mechanische Uhren als "traditionell".
Es findet also auch ein Wertungsunterschied statt.
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| Atlantic "Worldmaster COSC" |
Diese Berufung auf Tradition funktioniert in der Uhrenindustrie hervorragend und gilt als Werbe-Stilmittel schlechthin.
Haben mechanische Uhren aber auch technische Vorteile gegenüber elektronisch angetriebenen?
Mit Ausnahme dessen, das sie keine Batterien benötogen keine.
Sowohl bei Kameras als auch Uhren, war die grössere mögliche Präzision durch Quartz-Steuerung ein sehr gewichtiger Marketingvorteil.
Eigentlich ganz erstaunlich, dass dieses Geschäft mit mechanischen Uhren so gut gedeiht . . .
Ja, auch hinsichtlich des Business haben Uhren und Kameras durchaus Gemeisnamkeiten aber auch Unterschiede. Beides sind Präzisiongeräte und die Länder in denen beide Industrien gross wurden, sind verdächtig die selben. Wie aber auch in der Fotografie gab's auch früher weitaus mehr Hersteller.
Im Unterschied aber, konnte sich die europäische Uhrenindustrie der asiatischen/japanischen gegenüber behaupten.
Armanduhren (oder gar Taschenuhren welche es nach wie vor gibt) gelten für Viele eher als "Schmuck", denn als unverzichtbarer Zeitmesser. Da überall Uhren stehen, und Uhren in sämtlichen, auch mobilen Geräten integriert sind -insbesondere Natel's/Handy's/Smartphone's usw. Erinnere man sich doch, dass es zu Beginn der 70er Jahre noch keine Selbstverständlichkeit war, im Auto eine Borduhr zu haben . . .
** Erwähnte Post's habe ich aus dem Blog erwähnt - irgendwie waren sie zu lang und passten nicht ganz in den Blog.






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