Dienstag, 3. November 2009

Home-Shooting

Nun endlich sind sie alle gescannt. Die Negative des letzten Shootings. Meines ersten "Home-Shootings" nach vielen, vielen Jahren.

Nicht, dass ich in der Zwischenzeit nicht mal jemand zuhause fotografiert hätte, doch da handelte es sich um Zwei aus meinem privatem Bekanntenkreis.

"Home-Shooting" mag zwar ein weiterer unnötig verenglischter Begriff sein, doch es bezeichnet für mich irgendwie tatsächlich ein spezielles Genre.

In meiner ersten fotografischen Phase gehörten "Home-Shootings" zum Alltag, es gab diese Internetplattformen noch nicht, die Kundensuche lief noch ausschließlich über Zeitungsinserate. Ja, richtig gelesen "Kunden" denn in den 90ern hatte ich noch berufliche Ambitionen. Bezahlbare Mietstudios gab es praktisch noch keine und wenn Studio, so scheuten eben die Kunden diese Kosten. Also wenn nicht outdoor, dann halt drinnen in der Stube. Dann halt "Stuben-Shooting".

Heute ist das aus verschiedenen (teils durchaus aus verständlichen Gründen) nicht mehr üblich. Ganz im Gegenteil bereitet es heute große Schwierigkeiten, mal jemanden zuhause fotografieren zu können. Verständlich, immerhin Privatsphäre. Und die Amateurfotografie hat sich merklich professionalisiert, wenn vielleicht nicht bildnerisch, dann doch wenigstens technisch. Will heißen : "dank" digital und Internet ist selbst unbedarfter Amateur schnell mal "Semi-Profi". Und sobald mal ein Antlitz fotografiert wird, nennt man's gleich mal "fine-art". Und um eine Studio zu simulieren reicht halt ein weißer Hintergrund.

Zweiter Aspekt : Leute die gewillt sind, sich zu fotografieren, machen sich diese (vermeintliche) Professionalisierung zunutze. Und eben auch Internet. So findet man trotz allen Plattformen die's gibt kaum mehr Leute die sich zuhause ablichten lassen. Da nützen selbst die Modelplattformen nicht viel. Denn selbst das unfähigste, ungeübteste Freizeit -und Möchtegern-Model möchte schließlich in professioneller Ambiente abgelichtet werden.

So hatte ich diesmal, nach gut 10 Jahren tatsächlich Glück. Ich bin halt nun mal kein Profi, habe diesbezüglich keine Ambitionen und weshalb sich nicht auf das konzentrieren, was mir in fotografischer Hinsicht am meisten liegt? Portraits.

Und ein Mensch lässt sich nun mal am authentischsten in seiner natürlichen, seiner vertrauten Umgebung porträtieren.

Irgendwie eine Herausforderung für beide, Herausforderung welche verschiedene, auch jeweilige Aspekte beinhaltet. Sowohl persönliche Aspekte wie Vertrauen, sensibilisierter Respekt als auch technische wie erschwerte, weil sehr improvisierte Lichtführung.

Und langfristig sind solche Bilder für die abgebildete Person - und auch für deren Umfeld - ein Dokument der Zeit.

Die Fotos dieses "Home-Shootings" gelangen durchaus. Tolle Sache, tolle Bilder. Aus vertraglichen Gründen stelle ich jedoch (noch) keine in's Netz.

2 Kommentare:

Frauenzimmer hat gesagt…

schade, davon hätt ich mir gern ein bild gemacht.

pd hat gesagt…

Danke für das Interesse :)

Nur ist's halt so, dass ich das Persönlichkeitsrecht (der jeweils abgebildeten Person) höher gewichte als allfällige Veröffentlichungen. Zudem besteht in diesem Fall auch ein Vertrag.
Aber es gibt Wege . . .