"Lohnt es sich überhaupt", fragte ich mich bevor ich mich gestern aufmachte um meine letzte Anschaffung fotografisch einzuweihen.
Wie bereits erwähnt, befindet sich diese Toyocaflex 1b nicht im besten Zustand. Die längeren Verschlusszeiten hakeln etwas, die Verkleidung löst sich an manchen Stellen und die hintere Fassung des Objektivs hat sich im Laufe der Zeit sogar etwas rostig eingefärbt und die Linse könnte ebenso in einem besseren Zustand sein. So erwartete ich mit ihr keine besseren Ergebnisse als mit der kleineren Tiranty. Nur hatte diese 50ig-jährige Kamera gestern kaum mit starken Lichtkontrasten zu kämpfen, da es ja bewölkt war. Doch bereits der Blick in den Sucher
ist enttäuschend dunkel. Trotzt Reinigung am Vortag blieben die Ränder der Mattscheibe dunkel. Zum Vergleich, der Blick durch den Sucher der gleichaltrigen Zeiss Ikon Ikoflex :
Da liegen natürlich Welten dazwischen. Und so hatte ich auch keine Erwartungen an die Toyocaflex. Ja, selbst die Filmentwicklung des SchwarzWeiss-Films schien mir für diese Kamera zu aufwändig und benutzte so einen S/W-Film der im gleichen Prozess wie der FarbNegativFilm entwickelt wird.
Doch dann die Überraschung als die mir die Negative ansah und noch mehr, als ich sie scannte.
Die Kamera funktionierte (mit Ausnahme der langen Verschlusszeiten) einwandfrei und die Optik überraschte angesichts ihres äusseren Zustands. Das will etwas heissen! So soll man mir in 50 Jahren eine sich im derartigen Zustand befindete Digitalkamera aus heutigen Tagen zeigen die noch so tolles leistet . . . .
Kameras wie diese hier begründeten den Ruf der damals aufstrebenden japanischen Kameraindustrie. Vom Kopieren deutscher Produkte hin zu eigenen Innovation, zu eigenen Qualitätsansprüchen. Unverwüstlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes.
Bilder : Irchelpark, Universität Irchel, Zürich; Toyocaflex 1b; Kodak Ektar, Kodak BW400CN
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